Christoph D. Mosenthin erschafft seine Bilder nicht als Abstraktion eines Motives. Seine Bilder entstehen ohne Vorbild aus dem Innersten des Malers heraus. Der schöpferische Akt ist somit umfassend und ein Abbild von Gefühlen.
Abstract Inception; 2023; 120 x 480cm; Öl / Leinwand.
Christoph Dietrich Mosenthin ist kein Maler im klassischen Sinne; er ist ein Chronist der menschlichen Existenz, der die Leinwand als Arena für einen tief philosophischen Prozess nutzt. Unter dem Titel „BilderSinn“ offenbart sein Werk eine Malerei, die nicht einfach abbildet, sondern den existenziellen Übergang von Potenzial zu Form durchlebt.
Die Philosophie Mosenthins beginnt beim Nullpunkt: "Der Beginn von allem ist abstrakt”. Ob es sich um eine Idee, das Aufblitzen eines Bildes oder den Start des menschlichen Lebens handelt- am Anfang steht das Unfertige, das unfassbare, abstrakte Chaos. Hier fordert der Künstler einen Akt des Vertrauens; die Gewissheit, dass im Prozess des Malens aus dem Nichts greifbare, fantastische Landschaften und Formen entstehen werden. Die Leinwand wird zum Schauplatz einer Schöpfung, die dem Urknall des Bewusstseins gleicht.
Für Mosenthin ist der Schöpfungsakt eine Reise ohne Karte. Er vergleicht die Entstehung seiner Bilder mit einer Meditation oder langen Reise, wo nicht klar ist, wann diese endet und was auf der Reise zu entdecken sein wird. Dieser Fokus auf den Weg macht den Malprozess zum eigentlichen Kunstwerk, nicht das fertige Ergebnis. Seine Methode ist zutiefst intuitiv: „Ich lasse mich einfach treiben, die besten Bilder entstehen, wenn ich den Kopf ganz frei habe. Keine Gedanken, nur Gefühle.“ Das Atelier wird zum Refugium, in dem die Vernunft schweigt und allein die emotionale Wahrheit sprechen darf.
In seinen Werken manifestiert sich die Dialektik des Lebens. Mosenthins Bilder sind ein Spiegel seiner inneren Zustände und durchlaufen zwei essentielle Phasen. Es gibt die Phasen der reinen, ungezügelten Intuition, in denen die Gefühle das Bild formen, ohne festes Ziel. Und es gibt ergänzende Phasen, in denen der Künstler dem entstehenden Werk bewusst eine Struktur gibt. Dieses Oszilieren zwischen dem triebhaften, emotionalen Ausdruck und der rationalen Gestaltung repräsentiert die Grundspannung des menschlichen Daseins: das Balancieren zwischen instinktiver Reaktion und bewusster Lebensführung.
Seine Bilder, so Mosenthin, “drücken Gefühle aus und alle Bilder zeigen mein Leben". Sie sind emotionale Landmarken und psychologische Protokolle. Die Dauer der Entstehung- von Tagen bis hin zu Jahren– wird dabei zur Metapher für die Ungeduld und die Beharrlichkeit, die wir benötigen, um unser eigenes Leben zu formen.
Christoph Dietrich Mosenthins Kunst ist somit ein eindringliches Plädoyer für den Prozess. Er zeigt, dass das Chaos kein Ende, sondern der Beginn einer transformativen Reise ist, deren Sinn sich im ständigen Vertrauen auf die eigene innere Stimme und die schöpferische Kraft der Emotion offenbart.
1966 in Hamburg geboren
1993 Industrial Design Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig
bei Prof. Farouk Hammad. Studienabschluss Maschinenbau / Industrial Design
1993 - 2027 Design BMW Group
1996 - 2003 Malerei-Ausbildung Ateliers Frohschamerstraße
u.a. bei Sabine Stellmann, Oliver Stromberg
2004 - 2009 Malerei Ausbildung Atelierprojekt u.a. bei Jess Walter und Silke Blomeyer
seit 2017 Internationale Ausstellungstätigkeit (wie ART Innsbruck, ART Muc, Verona u.a.)
2018 Nominiert für den Kunstpreis "Kitz Art", Kitzbühel
seit 2019 5 Ausstellungen / Jahr (inkl. 2 Einzelausstellungen und Live-Painting)
2021 New York City, USA: Brushes & Strings",
Upper Westside
seit 2021 1. Vorsitzender des KünstlerSpectrum Pasing e.V. (ca. 70 Künstler)
seit 2023 8 - 10 Ausstellungen / Jahr
seit 2027 Professionelle Tätigkeit als Künstler
Ausstellung in Verona mit "Lifelines I" und "Party".
Mosenthin experimentierte seit seiner Jugend mit abstrakter Malerei. Die Entdeckung des heutigen Malstils vor über 30 Jahren erlebte er als persönliche Offenbarung. Experimentieren war seitdem die Grundlage für die Selbstfindung mit authentischem Stil. Diese Authentizität und Unabhängigkeit zeigt sich besonders in seinen extremen Bildern.
Christoph D. Mosenthin erschafft seine Bilder nicht als Abstraktion eines Motives. Seine Bilder entstehen ohne Vorbild aus dem Innersten des Malers heraus. Der schöpferische Akt ist ein autobiografisches Abbild von Gefühlen, mit Farben von rosarot bis schwarzbraun.
Bei der Entstehung der Werke verliert Mosenthin sich meditativ in der Konzentration auf den Malvorgang. Dabei erzählen die Hände ihm während des Malens eine Geschichte, dessen Ausgang er nicht kennt. Wird ein tranceartiger Flow erreicht, entstehen die besten Bilder. Diese beruhen nicht auf einem konstruierten Bildaufbau, sondern sind weitgehend intuitiv.
Bei der Entstehung der Bilder steht der Prozess des Malens im Mittelpunkt, nicht das explizite Endergebnis. Wie beim Meditieren verliert Mosenthin sich in der Konzentration auf den Malvorgang. Wird ein tranceartiger oder ekstatischer Zustand erreicht, entstehen die besten Bilder. Ausladende Malbewegungen, die entsprechende Bildformate erfordern, und auch diese scheinbar zu sprengen drohen, zeigen die ungebändigten Emotionen.
Wann ist das Bild fertig ? Die Bilder verlieren wieder an Kraft, wenn sie „zermalt“ werden, oder „konstruiert“ sind. Viele Bilder dagegen werden über mehrere Jahre immer weiter gemalt, solange das Werk nicht in sich stimmig ist.
Die Optik des fertigen Bildes aber ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer zweiten Phase der bewussten Bildgestaltung. Kritisch in der Abstrakten Malerei ist, zu erkennen, wann ein Bild fertig ist. Mosenthin malt seine Bilder, bis sie in sich stimmig sind. Dieser Prozess kann mehrere Jahre dauern.
Die Malerei war ständiger Begleiter bei Christoph D. Mosenthin. Er stammt in 4. Generation aus einer Künstlerfamilie. Sein Großonkel Florenz Robert Schabbon ist ein führender Maler der Sammlung für „Verfolgte Künste“ Solingen. Mehrere Werke seines Onkels wurden von den Nazis beschlagnahmt und zerstört, u.a. 1937 aus dem Kunsthaus Bielefeld. Und Schabbons Großcousin Wilhelm Dietrich Schabbon war 1920 Leiter der Goldschmiedeklasse im Bauhaus in Weimar.
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